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Schweizer Forscher entwickeln einen Herzschrittmacher ohne Batterie

Wer auf einen Herzschrittmacher angewiesen ist, der kennt das Problem: Immer wieder muss die Batterie ausgetauscht werden, was immer eine kleine Operation nötig macht. Selbst bei den besten Modellen steht nach zehn Jahren eine OP zum Wechseln der Batterien an. Und selbst bei größter Vorsicht ist jede Operation immer ein Risiko. Dank der Forschungsarbeit eines Schweizer Doktoranden könnte dieses Problem aber sehr bald der Vergangenheit angehören. Denn Adrian Zurbuchen entwickelt derzeit einen Herzschrittmacher, der ähnlich wie ein Uhrwerk funktionieren soll.

Dabei wird der Herzschrittmacher die Energie des Herzens nutzen, um eine Art Uhrwerk aufzuziehen. Auch bei einer Uhr wird die kinetische Energie dazu genutzt, um ein Uhrwerk aufzuziehen. Ähnlich wird der Herzschrittmacher funktionieren. Er wird die Energie des Herzens nutzen. Das entsprechende Konzept stellte Zurbuchen Ende August auf dem Europäischen Kardiologenkongreß vor. Nach seiner Berechnung hat das menschliche Herz eine Leistung von etwa 1,4 Watt. Daraus kann eine Uhrmechanik 52 Mikrowatt gewinnen. Diese Energie reicht zum Betrieb eines Herzschrittmachers aus.

Funktionsweise des Herzschrittmachers

Die Energiegewinnung soll in drei Schritten erfolgen. Das Herz setzt durch sein Schlagen im Gehäuse des Herzschrittmachers eine Unruh in Bewegung, die eine Spiralfeder aufzieht. Diese wiederum speichert erst einmal die Energie und gibt sie in einem dritten Schritt an einen Mikrogenerator ab. Allerdings muss die Mechanik natürlich besonders zuverlässig sein. Denn sie soll schließlich nach Möglichkeit ein Leben lang halten. Um dies zu erreichen, hat Zurrbuchen ein Uhrwerk auseinander genommen und die Zahl der mechanischen Teile vom etwa 100 auf vier reduziert. Und je weniger Teile eine Mechanik hat, desto weniger Teile können kaputtgehen.

Dennoch gibt es dabei einen kleinen Wermutstropfen: Das Einsetzen des batterielosen Herzschrittmachers ist aufwändiger als bei einem batteriebetriebenen Herzschrittmacher. Denn er muss auf das Herz genäht werden, während ein batteriebetriebener Schrittmacher üblicherweise auf das Herz genäht wird. Dies erfordert eine Operation am offenen Herzen. Diese Erfindung könnte auf eine sehr große Nachfrage stoßen. Denn die Implantationen von Herzschrittmachern lagen laut Statistik auf Platz 30 der häufigsten Operationen. Hier kann eine Verwendung dieser neuen Herzschrittmacher definitiv Entlastung schaffen, da dann weniger oft Nachsorgeoperationen erforderlich sind. Für Patienten mit Herzschritmachern ist das Leben damit um einiges einfacher.

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/arenamontanus/

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Ebola – die neue Geißel Afrikas

Die extrem aggressive und meist tödlich verlaufende Infektionskrankheit Ebola wird von einem Virus ausgelöst und sucht seit seiner Entdeckung relativ regelmäßig vor allem West- und Zentralafrika heim. Der Name geht auf den Fluss Ebola in der Demokratischen Republik Kongo zurück. Hier traten 1976 die ersten registrierten Fälle auf. Nach bisherigem Kenntnisstand tötet die Krankheit 50% bis 90% der Infizierten – und das auch nicht gerade sanft. Noch ist nicht ganz geklärt, woher der Virus überhaupt kommt. Bisher nimmt man an, dass er durch Flughunde – die selber nicht daran erkranken – übertragen wird. Auch wenn der Mensch nicht mit den Flughunden in Kontakt kommt, kann er sich an verseuchtem Tierfleisch, so genanntem Busch-Fleisch mit dem hoch ansteckendem Virus infizieren.

Symptome und Diagnose

Sehr hohes Fieber, Durchfall, innere Blutungen, Ödeme, Blutungen der Schleimhaut sowie der Epidermis, Blut im Stuhl und im Urin, Schockzustände, Kreislaufzusammenbrüche, massive Leber- und Nierenfunktionsstörungen und letztendlich Magen-,Darm-, Milz- und Lungenblutungen setzen den gesamten Körper außer Gefecht und schwächen ihn derart, dass er elendig verendet. Das Ebola-Virus greift die kapillaren Blutgefäße an und löst diese auf, was die ganzen Blutungen im und aus dem Körper heraus erklärt. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 8 bis 10 Tage. Klinisch ist das Virus nicht von einer Infektion mit dem Marburg-Virus zu unterscheiden. Um Klarheit darüber zu erlangen, muss die Diagnose über Bluttests im Labor erfolgen.

Therapie und Immunität

Gewöhnlich besteht die einzige Therapie gegen das Virus in der Bekämpfung einzelner Symptome der Krankheit, wie die Verabreichung von fiebersenkenden Mitteln oder zumindest der Regulierung des Glucosespiegels im Blut. Allerdings hat man bei manchen Menschen auch eine Immunität gegen Ebola feststellen können, weil sie Antikörper gebildet haben, was die Forscher sich aber noch nicht richtig erklären können. Diese Immunität tritt nämlich sowohl bei Menschen auf, die in Gebieten leben, in denen schon mal eine Ebola-Epidemie ausgebrochen ist als auch bei Menschen, die nie in so einem Gebiet gewesen sind. Um Antikörper gebildet zu haben, müssen diese Menschen allerdings irgendwann mal mit dem Virus in Kontakt gekommen sein. Deshalb nehmen die Forscher an, dass sie mit kontaminierten Früchten oder Buschfleisch in Berührung gekommen sind.

Ein wenig Hoffnung?

Seit dem Ausbruch der Ebola-Epidemie Anfang 2014 – der mit Abstand bisher größten – hat die Forschung massiv an Mitteln gegen Ebola gearbeitet. Herausgekommen ist ein Impfstoff, welcher bei infizierten Affen erbauliche Resultate erzielt hat. Am Menschen wurden diese experimentellen Antikörper bisher an 2 infizierten Amerikanern getestet – mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass die so Behandelten innerhalb von wenigen Stunden enorme Verbesserung ihres Gesundheitszustandes aufwiesen. Das ist aber auch schon das Einzige, was ein wenig Hoffnung macht. Ebola ist wirklich eine extreme Krankheit und mittlerweile eine weitere neue Geißel Afrikas.

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/niaid/

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Unser Gesundheitssystem: Wird zu oft zu viel operiert?

Unser Gesundheitssystem in Deutschland ist das Beste auf der Welt. In keinem anderen Land erhält jeder Patient so umfassende Leistungen. Einige Unterschiede können zwischen Kassen- und Privatpatient liegen im Sinne des Betrachters
Aber letztendlich erhält jeder kranke Mensch eine umfassende Behandlung. Wir Deutschen vergessen nur zu gern, dass das keine Selbstverständlichkeit ist, wir meckern nun mal gern.

Wird in Deutschland zu oft operiert?

In letzter Zeit häuft sich die Frage. Diese Frage ist nicht so leicht sofort mit einem “JA” oder “NEIN” zu beantworten. Auf jeden Fall wird in Deutschland oft operiert, aber zu viel, wer mag darüber urteilen? Dazu ist es nötig, den großen Fortschritt in der Medizin zu betrachten. In früheren Jahren mussten wir bei einer “simplen” Gallenoperation für zirka 2 Wochen im Krankenhaus bleiben und heute sind es in der Regel 3 Tage. Durch die Schlüsselloch OP ist dies möglich, kein Bauchschnitt. Das ist eine minimal-invasive schonende OP Technik, bei der nur winzige Schnitte gesetzt werden. Der Operateur arbeitet mit filigranem OP Besteck. Dies ist aber nur ein winzig kleiner Teil dessen, was sich bei Operationen in Deutschland alles zum Vorteil verändert hat. Es ist eben der Schnelligkeit des Fortschritt geschuldet, dass auch mal öfters operiert wird.

Aber sind wir doch mal ehrlich, keine noch so kleine Operation findet ohne Absprache zwischen Patient oder einem Arzt statt. Kein Patient wird sich freiwillig einer OP unterziehen, sicherlich auch nur, wenn die Schmerzen zu groß werden oder es das Krankheitsbild nicht anders zulassen.
Nur wenn alle anderen Maßnahmen zu keinem Erfolg führen, dann ist die Operation der letzte Schritt zur Hilfe. Jedem Patient ist es freigestellt, sich eine zweite Meinung einzuholen. Wirtschaftlich betrachtet ist sicherlich jede Operation für das entsprechende Krankenhaus ein Gewinn- aber Gott sei Dank steht auch hier der Mensch im Mittelpunkt.

Die Gesundheit ist bekanntlich das höchste Gut des Menschen

Krankenkasse und Krankenhäuser liegen ständig im Streit, da die Kassen den Krankenhäusern oft vorwerfen zu schnell zu operieren. Aber bitte beachten wir auch, nie sind die Menschen älter geworden als heute.
Auch diese Gruppe von Patienten wird optimal versorgt und bei Bedarf auch operiert.
Die Gesundheit ist des Menschen höchstes Gut – und danach handeln Krankenhäuser und auch Krankenkassen. Bleiben Sie gesund!

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/gewitterwolke/

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Wie gefährlich sind Aluminium-Deos?

Ist ein Deo mit Aluminiumgehalt für die Gesundheit schädlich?

Die Suche nach einem Deo ohne Aluminiumgehalt hat bei vielen Verbrauchern begonnen. Da stellt sich die Frage, ob Aluminium wirklich so gefährlich ist, dass man ihn breit umgehen sollte?

Die modernen Deos enthalten Aluminium, das als Antiperspirant benutzt wird. Diese Form des Aluminiums wird benutzt, um das Schwitzen zu verhindern. Diese Substanz verschließt daraufhin die Poren, damit kein Schweiß den Körper verlässt. Gerade dies kann gefährliche Folgen mit sich bringen. Der Körper nutzt bestimmte Zonen für das Ausscheiden der Schadstoffe. Eine dieser Zonen sind die Achselhöhlen. Die Achselhöhlen scheiden Schweiß aus und “säubern” auf diese Weise den Körper von schädlichen Stoffen. Wenn allerdings Deos mit einer starken Blockierung des Schweißes benutzt werden, kann das gefährliche Folgen haben. Die Poren werden in diesem Fall verstopft, weil das aluminiumhaltige Deo Schweiß abblockt. Eine Allergie kann die Folge sein, die in Form eines Hautausschlages oder Irritationen vorkommen. Die Aluminiumsalze, die in Deos enthalten sind, wirken sich auf die Entgiftungsprozesse aus und erlauben dem Körper nicht die natürlichen Prozesse zu erledigen. Eine schwierigere Vermutung liegt bei der Meinung, dass aluminiumhaltige Deos die Auslöser für Brustkrebs sind. Neben Allergien und Brustkrebs liegt der Vorwurf seit Jahren, dass die Deos mit Aluminiumgehalt mit Alzheimer verbunden sind. Solche Vorwürfe werden dem Aluminium nicht nur in Kosmetikprodukten nachgesagt. Das Aluminium ist auch in Lebensmitteln, dessen Verpackungen, Wasser und in Arzneimitteln enthalten. Wenn schon Aluminium in solchen Formen benutzt wird, kann der Verbraucher zu Deos ohne Aluminium greifen, damit die Aufnahme von Aluminium auf ein Minimum gebracht wird.

Verbraucher können zwischen verschiedenen Deos wählen

Es muss gesagt sein, dass keine präzise Studie die aluminiumhaltigen Deos mit Brustkrebs und schwereren Erkrankungen in einen Zusammenhang gebracht werden konnten. Eines ist aber klar, die Aluminiumsalze blocken Schweiß ab und verhindert das Ausschließen der Schadstoffe. Die Verbraucher können zur Vorbeugung und vorsichtshalber die Benutzung solcher Antitranspirante auf ein Minimum bringen. Dank der breiten Auswahl an Deos, die kein Aluminium enthalten, können die Verbraucher mit solchen Deos auf Nummer sicher gehen. Dank diesen Alternativen kann das Aluminiumsalz umgangen werden, sodass man bedenkenlos das Deo benutzen kann. Die goldene Regel besagt, dass Vorsorge besser ist als Nachsorge.

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/samnasim/

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Verpflanzung von Gewebe verjüngter Hautzellen gelungen

Ein Stück Haut diente als Ersatzteil für das Auge einer japanischen Patientin. Dieser wurde Gewebe eingepflanzt, welches aus verjüngten Hautzellen der Patientin gezüchtet wurde. Die Aussicht auf Heilung ist zwar wenig erfolgversprechend, allerdings war der Versuch ein Meilenstein in der Forschung.

Theoretisch klingt die Vorgehensweise sehr simpel, denn hierbei werden Hautzellen entnommen und deren Spezialisierung “gelöscht”. So ist es möglich sie in einen anderen Zelltyp umzuwandeln. Daraus lassen sich neue Organe, Muskeln oder gar Gliedmaßen züchten. Bei Tierversuchen wurde dies bereits von Erfolg gekrönt. Bisher wurden diese gezüchteten Stammzellen jedoch aus Gründen der Sicherheit noch nicht bei Menschen eingesetzt. Bisher, denn eine erste Verpflanzung gab es nun.

Einer japanischen Patientin wurde erstmalig verjüngtes Gewebe verpflanzt, das aus eigenen Hautzellen gezüchtet wurde. Die Frau ist bereits über 70 Jahre alt und leidet an einer Makuladegeneration. In Deutschland leiden ebenfalls viele Menschen über 50 Jahren an dieser Krankheit und erblinden, denn aufgrund der Krankheit lässt die Sehschärfe deutlich nach.

Eine Heilung durch die Verpflanzung des Gewebes ist nicht zu erwarten

Die Operation dauerte zwei Stunden. Dabei verpflanzten die Augenärzte aus Japan der Patientin ein winziges Stück Gewebe ein, das die Netzhaut mit Nährstoffen versorgen soll. Der Eingriff sei gut verlaufen, war es aus den Reihen der Ärzte zu hören, auch Komplikationen nach der Operation gab es nicht.

Damit dies gelingt, wurden die Hautzellen der Frau umgewandelt. In die Zellen wurden Gene aus embryonalen Stammzellen geschleust, während das typische Erbgut der Zellen ausgeschaltet wurde. So war es möglich die Zellen speziell für das Auge umzuwandeln.

Dennoch geht man nicht davon aus, dass die Patientin nach der Operation wieder sehen kann. Zunächst ist es wichtig die Sicherheit der veränderten Zellen im menschlichen Körper zu testen. Dass diese Operation noch nie zuvor stattgefunden hat, hatte einen Grund, denn die Forscher fürchteten, dass die veränderten Stammzellen schlimme Krankheiten hervorrufen könnten.

Sollte diese Studie erfolgreich sein, ist es erwiesen, dass dieses Vorgehen auch beim Menschen glückt. Dennoch lässt sich diese Methode nicht auf das Züchten von Organen oder Gliedmaßen übertragen, da die Züchtung des veränderten Gewebes für Organe und Gliedmaßen anders ausfällt und wieder neue Risiken birgt.

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/gmf-productions/